Chronik eines angekündigten Urteils

Inzwischen wissen wir es ! Wie ungern ich manchmal Recht behalte….!

1 Rescate Tolox 8 de enero

Zu dieser Gerichtsverhandlung neulich über einen Fall von Tiermisshandlung brauchte ich nicht hin, es war wohl deswegen, dass sie mich nicht eingeladen hatten.
Wieso ?
Der juristisch sehr gut beratene Angeklagte hat, so scheint es, sich zu allen Punkten der Anklage schuldig bekannt, und er hat gesagt, er wolle sowas nie wieder tun.

Der Richter hat ihm daraufhin:
– die Haltung von Tieren für ein Jährchen untersagt (er kann sie aber problemlos auf den Namen seiner Tante anmelden),- ihn zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, die Strafe aber zur Bewährung ausgesetzt, wenn der Angeklagte in den nächsten drei Jahren nicht rückfällig wird (da wird unser Freund wohl ziemlich aufpassen müssen) – die Prozesskosten aufgehalst (die waren fast null).

Stellen wir uns die Verhandlung so vor:

Staatsanwalt: “Ist Ihnen bewusst, dass Sie was Böses getan haben ?”

Angeklagter: “Jawohl, Euer Ehren, ich bedauere es und schwöre bei allen meinen Vorfahren, dass ich es nicht wieder tue !”

Richter: “Aha ! Also dann lassen wir die Sache mal so regeln:  ….”

Und ab, es kann gefeiert werden.

Worum ging es ?

Der Angeklagte, ein homo erectus [Anm. d. Ü.: erste Art der Gattung Homo], sperrte drei Pferde in ihrem Stall ein, stellte das Wasser ab und schloss die Stalltüren ab. Als SEPRONA, OCA und wir von CYD dort ankamen, waren schon zwei der Tiere an Hunger und Durst gestorben. Wir liefen zwischen ihren verwesten Überresten herum, sahen an den Wänden die Kratzspuren ihrer Zähne, mit denen sie versucht hatten, den Kalk und die Farbe zu fressen. Sie hatten ihre eigenen Schwänze und Teile ihrer Körper aufgefressen. Bis zum Moment ihres Todes hatten sie auf eine grüne Wiese mit frischem Gras geschaut. Das Grundstück dieses homo sapiens [Anm. d. Ü.: verstehender, verständiger bzw. weiser, gescheiter, kluger, vernünftiger Mensch], war wunderschön und das Haus solide gebaut, sogar mit einer Mauer rundherum, für seine Wochenenden in guter Gesellschaft.

Dos caballos en Tolox dejados morir de hambre y sed por su propietarioAls ich nach Hause kam, verbrannte ich meine Kleider, weil der Gestank unerträglich war. Das dritte Pferd, einen Hengst, konnten wir retten. Auf den wenigen Kilometern Weg zur Herberge mussten wir mehrmals anhalten, weil er sich nicht auf den Beinen halten konnte, er war nur noch ein Skelett. Seine Gesundung kostete uns fast viertausend Euros, bis wir ihn jemand überlassen konnten, der ihn aufnahm.

Habt Ihr den Film “Ein ganz normaler Tag” [Anm. d. Ü.: Titel in Spanien “Ein Tag der Wut”] mit Michael Douglas gesehen ? Dann wisst Ihr, wie ich mich fühle.

CyD Santa Maria

La Asociacion CYD Santa Maria se ocupa de la recuperacion y reubicacion de especies animales maltratadas, en especial caballos