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Ojitos und Nanny

OJITOS

Als wir Ojitos retteten, war nicht klar, ob sie überleben würde, aber wir versuchten es. Sie wurde als winziges Fohlen von ihrer Mutter getrennt und auf einem Feld angebunden. Sie riss nach kurzer Zeit aus, verursachte einen Unfall und wurde schwer verletzt. Sie hatte schreckliche Wunden an einem Bein, am Bauch und einem Schenkel von einer Seite des Körpers quer hinüber zur anderen. Und das in einem Alter von wenigen Monaten ! Während zweier Monate konnte sie im Stall nicht aufstehen und wir mussten sie flüssig ernähren. Bei der Wundversorgung lag sie auf der Seite und betrachtete alle Menschen, die sich näherten, mit Schrecken und weit geöffneten Augen – daher ihr Name – und zitterte vor Angst. Mit der Zeit gelang es uns, ihre körperlichen Wunden zu heilen, die Heilung der seelischen Verletzungen dauerte länger.

Heute lebt sie glücklich zusammen mit Nanny (siehe unten) in einem wunderbaren Haus bei Málaga. Der Hausherr, der Welt der Pferde bisher völlig fremd, hatte dem Druck seiner pferdebegeisterten Enkel nachgegeben, Reitstunden genommen, wurde Voluntario bei CYD Santa María, baute Ställe und bekam vom Landwirtschaftsamt eine Betriebserlaubnis. Innerhalb eines Jahres hat er sich zu einem Pferdenarr entwickelt, dessen Begeisterung der seiner Enkel in nichts nachsteht.

 
NANNY
 

Die Geschichte dieser mutigen Stute bewegt uns sehr, weil wir wissen, dass es noch Tausende von herzensguten Pferden gibt, die sich in der gleichen Situation befinden, in der Nanny damals war. Sie hat im Laufe ihres Lebens, wie so viele andere Schulpferde in Reitschulen, unzähligen Kindern und Erwachsenen Reiten beigebracht. Diese Pferde bekommen in Spanien aber nie die gleiche Zuwendung und die Liebe, die den “reichen” Pferden zuteil wird.

Aber wir, wie alle Reiter, haben bei bzw. auf ihnen gelernt. Darum verstehen wir nicht, dass viele Leute diese Pferde, wenn sie älter werden, verkaufen, wie ein altes Möbel abstossen oder sogar zum Schlachthof bringen. Nanny ist die Gutmütigkeit selbst und lebt heute zusammen mit Ojitos bei der oben genannten Familie, bei der ihr ihre Erfahrungen aus der Reitschule zugute kommen. Sie hat aber, verglichen mit ihrem früheren Leben, nur einen winzigen Bruchteil dessen zu tun, was sie früher leisten musste. Sie bekommt alle 6 Wochen frische Hufeisen und wird nach Strich und Faden verwöhnt.

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